18 August 2009

August 2009 North Dakota, Montana, Idaho, Washington

August 2009
North Dakota, Montana, Idaho, Washington

Wir haben nun Nord Dakota weit hinter uns gelassen. Die freundlichen Menschen, die wir trafen, sind noch in unseren Herzen. Ebenso die Eindrücke, die wir in der norwegischen Stabkirche in Minot, ND, hatten. Die Nachbildung einer traditionellen Stabkirche ist sehr gut gelungen, sie ist gleichsam ein heiliges Buch, geschnitzt in Holz. Sie ist für uns eine Art mahnende Erinnerung daran, dass in früheren Jahrhunderten in Europa die Menschen eine wesentlich mehr lebendige und viel weniger intellektuelle Erfahrung des Christentums hatten. Die ansässige presbyterianische Kirche, obwohl in einem eher nüchternen Gebäude zu Hause, ist ebenfalls lebendig und pulsierend, sie reicht weit hinaus in die Gemeinschaft, um Menschen in ihren sowohl körperlichen als auch geistigen Bedürfnissen zu helfen.

Bei unserer Durchquerung von Montana kamen wir durch ein Indianerreservat. Es war eine angefüllte Zeit, nach einem heißen und windigen Fahrrad-Tag. Wir sprachen vor einer Bibelstudiengruppe und waren dann auf einem traditionellen Pow-Wow mit Musik, zeremoniellen Kostümen und Tanz. Am nächsten Tag sangen wir in einem Altenheim, sowie in einem Männer- und einem Frauengefängnis.

Es ist kein Geheimnis, dass Alkoholismus, Drogenmißbrauch und häusliche Gewalt ein großes Problem in den Reservaten sind. So herrschen ein Mangel an Unternehmungsgeist, sowie Abhängigkeit von sozialen Wohltätigkeitseinrichtungen. Man spürt regelrecht die Tragik dort. Die alte Kultur der Ureinwohner basierte auf einem Stammesbewusstsein und der Gemeinschaft mit den Geistern der Ahnen, die leiteten und führten. Die europäischen Siedler brachten das individuelle Bewusstsein. Dies meint in seiner besten Form, dass die grundlegende, ureigene Humanität eines Menschen entscheidend ist, und nicht die der Herkunftsgemeinschaft. Da geben uns Jeffererson’s Worte zu denken:

"That to secure these [basic human] rights, Governments are instituted among Men, deriving their just powers from the consent of the governed"
„Um diese (grundlegenden, menschlichen) Rechte zu sichern, wurden unter den Menschen Regierungen eingerichtet, die ihre Macht herleiten aus der Zustimmung der zu Regierenden.“

Mit einigen Ausnahmen (Thomas Jefferson, welcher ins Weiße Haus Führer der nordamerikanischen Ureinwohner einlud, als Gleichgesinnte), ignorierten die europäischen Amerikaner die Geschenke und Schätze der Ureinwohner. Sie verloren die Ehrfurcht vor dem Land und der Natur im Laufe der Zeit. Sie vergaßen die menschlichen Rechte, die sich vom Schöpfer her ableiten, und beanspruchen die Verantwortung gegenueber den Schöpfer und unsere Mitmenschen.
Die Ureinwohner, unfähig, dieses neue Bewusstsein in der ihnen präsentierten Form aufzunehmen, verloren ihr Land, ihre Existenzgrundlage und ihre Kultur. Gleichwohl trafen wir viele Menschen mit sogenanntem indianischen Hintergrund, die dieses Elend überstanden haben. Sehr oft sind es Christen mit einer großen Ergebenheit und einer Sensibilität für spirituelle Dinge.
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Ein freundlicher Priester und einige Freunde brachten uns weiter durch die Prärie von Montana. Wir erreichten die Berge in Westmontana, Britisch Kolumbien (Kanada), danach Idaho und Washington, reich an Bäumen und frischem Wasser. Wir trafen auch etliche Menschen, die aus städtischen Gebieten hierher zogen, um ein neues, ruhigeres und weniger hektisches Leben zu führen. Mit ihnen zu sprechen war ebenso erfrischend wie Wandern und Fahrradfahren in der grünen Natur.

So geht unsere Pilgerreise weiter. Kanada war das 44. Land, das wir besuchten. Das Odometer (Kilometerzähler?) zeigt schlappe 29,000 Meilen (46 700 km) an. Ein ganz grosses DANKE SCHOEN geht an K.M. in Jena fuer diese Uebersetzung. Die Mengen von Menschen, die wir trafen, und die vielen Menschen, die für uns beten oder uns auf verschiedene Weisen helfen - wir denken an sie alle und erinnern uns ihrer mit Liebe und Dankbarkeit.

Alexandra and William