12 Dezember 2009

November 2009: Kalifornien

Liebe Freunde,

seit unserem letzten Bericht haben Eure Pilger Kalifornien erreicht. Es hat sich als ein Land der starken Kontraste erwiesen. Einerseits trafen wir viele freundliche und hilfsbereite Menschen. Wir waren auch in ausgesprochen herrlichen Naturlandschaften: in schroffen, zerklüfteten Küstengebieten, warmen Sandstränden, in dichten Wäldern mit mächtigen Redwood-Bäumen, sowie in strahlendheller arider Wüstengegend. Andererseits waren wir oft mitten in starkem Verkehr und in schier endlosen Gebieten mit Geschäften, Garagen und Einkaufszentren unterwegs. Unsere erste Nacht in Kalifornien verbrachten wir auf einem Campingplatz, der völlig vereinnahmt war von Chaoten mit Dutzenden von Hunden: Leute, die tranken, Drogen nahmen und laut Musik spielten. Sie vermüllten die Waschräume, waren die ganze Nacht im dortigen Park zugange und brachen jedes Stück Holz ab, das nur irgend möglich war. Es waren auch viele heimatlose Menschen in Kalifornien zu sehen. Diejenigen, mit denen wir sprachen, erschienen uns als gutmütig und freundlich. Vielleicht sind sie zu gut und empfindsam, um in einer Welt zurecht zu kommen, die immer mehr vom Mammon und von Bürokratie beherrscht wird. Dennoch wirkten sie verloren, in einer scheinbaren Sackgasse auf ihren Lebenswegen. Sie bezeugen die Aussage von Mutter Teresa (aus Kalkutta), dass Armut in Amerika zuallererst geistliche Armut ist.
Wie wir in den 12 Jahren unserer Pilgerreise erlebt haben, stehen die Erfahrung der Wunder und Schönheit von Gottes Schöpfung und die Güte Seines Volkes, sowie die Erfahrung der Bitterkeit des Falles der Menschheit mit all ihren Konsequenzen, dicht beieinander. Die erste der beiden Erfahrungen stärkt unsere Hoffnung, die zweite unseren Vorsatz zu heilen und zu helfen.
In San Francisco besuchten wir die Kathedrale, die die Reliquien des Heiligen Johannes Maximovitch, des russisch-orthodoxen Bischofs von Shangai und San Francisco, beherbergt. Uns war es möglich, in der dazugehörigen christlichen Schule für die Kinder zu singen und mit ihnen zu sprechen. Finanziell gesehen ist es ein Wunder, dass die Schule ueberhaupt arbeiten kann. Ein noch größeres Wunder ist jedoch das Wachstum der Kinder in einer echten, wahrhaftigen Frömmigkeit, in der Liebe zu Gott und den Mitmenschen und in einem vom Herzen kommenden Interesse an der Welt.
Später, im Big Sur - Gebiet, wurden wir zu einem Benediktiner-Kloster geführt: New Camaldoli Hermitage. Der Fahrweg dorthin steigt vom Meer bis auf 500 Meter Höhe an. Jemand sagte uns, dass es bis zur Klause nur eine viertel Meile sei, tatsächlich waren es zwei, was zwei Prinzipien bestätigte, die wir auf unserem Weg gelernt haben: 1. Vertraue niemals darauf, dass Autofahrer eine akkurate Schätzung von Entfernungen abgeben können! 2. Manchmal ist es besser, vorher nicht zu wissen, wie schwierig eine Reise werden kann: es könnte sein, dass du umkehrst und dann eine sehr wichtige Erfahrung verpasst!
Die Brüder nahmen uns mit wahrer benediktinischer Gastfreundschaft auf, und wir verbrachten zwei Tage in der gesegneten, mit Gebeten gefüllten Stille ihres Heimes, geborgen zwischen dem Meer und den Sternen. Dann ging es zurück zum Highway 1: Autos, Wohnwagen, steile Anhöhen, Robben, eine fantastische Meeresküste und Mitradfahrer von nah und fern, aus Kalifornien selbst und sogar aus der Schweiz und Deutschland...darunter einen pensionierten Zahnarzt aus Jena.
Weiter südlich hielten wir an einer japanischen buddhistischen Kirche. Wir erhielten vom dortigen Priester ein warmes Willkommen und verbrachten die Nacht in der kontemplativen Atmosphäre ihres Rückzughauses. Es war spät in der Nacht gewesen, wir waren richtig müde und fragten uns, wo wir nur die Nacht verbringen könnten… und dann sahen wir das Zeichen der Kirche. Später entdeckten wir, dass eine Schwesterkirche in der Nähe von Guadalupe (Kalifornien) ihren einhundertjährigen Geburtstag feierte. Sie spielte eine sehr wichtige Rolle im Leben der japanischen Amerikaner, deren Eigentum während des zweiten Weltkrieges konfisziert wurde und die weiter im Inland in Lagern inhaftiert waren. Nach dem Krieg, als sie an die Küste zurückkehrten, waren die Kirchen Zufluchtsorte und Treffpunkte für einzelne Menschen und Familien, die darum kämpften, sich ein neues Leben aufzubauen.
Von hier ging es weiter nach Lompoc, um Williams Bruder, seine Schwägerin und die beiden Zwillingsneffen zu besuchen, die in einem Luftwaffenstützpunkt leben. Wir fuhren geradewegs zum Haupttor – voll beladen mit Gepäck, Gitarre und hellgrünen Reflektoren auf dem Rücken. Aus irgendeinem Grund kam der Feldwebel aus dem Wachhaus heraus gerannt, begrüßte uns persönlich und schickte uns zum Besucherzentrum. Bald waren wir im Haus von Williams Verwandten, tauschten mit den Erwachsenen die Neuigkeiten aus und trafen die Vierjährigen zum ersten Mal. Die kleinen Neffen sind unbeschreiblich süß in ihren guten Momenten, aber wenn sie nicht so gut drauf sind, dann sind sie wie eine Mischung aus Tornado und Erdbeben!
In San Diego waren wir Gäste der Griechisch-Orthodoxen Kirche des Heiligen Gregor von Nyssa. Der Priester, Vater Simeon und Presbytera (Ehefrau des Priesters und damit geistige Mutter der Gemeinde) Joy-Ann sind eine Quelle des Lichtes und der Kraft, nicht nur in ihrer Pfarrgemeinde, sondern für die Menschen in der ganzen Gegend; sogar in Mexico unterstützen sie ein Waisenhaus. Ein oder zweimal saßen wir auf dem Hof hinter der Kirche, tranken griechischen Kaffee, der in einem echten „briki“ bereitet wurde, aßen “koulourakia”, genossen das warme und trockene Wetter und die Sonne und nahmen den Staub und den Lärm des Verkehrs auf. Es war erstaunlicherweise so, als wären wir in eine griechische Stadt transportiert worden. Wir besuchten eine Taufe in der Grossstadt, sangen für die Patienten in einer psychiatrischen Klinik und trafen uns mit zwei Klassen einer hier ansässigen "charter school" (eine oeffentliche Schule die das Erlaubnis hat, von dem Lehrplan des Staats abzuweichen) Grundschule.
Nachdem wir in die Wüste gefahren waren, zelteten wir in der Nacht hinter einem Fahrradladen in Alpine, CA, und trafen den Besitzer. Er ist nicht nur ein freundlicher Gastgeber und guter Mechaniker, sondern auch ein Vorbild für eine ganze Anzahl von Kindern, die der Laden mit seinen Rädern wie ein Köder anlockt, aber nicht nur die Räder, vor allem er selbst zieht sie an, denn in ihm finden die Kinder eine Art „Guter Onkel“, der ihnen eine ganze Menge über Fahrräder beibringt, und ganz nebenbei auch über das Leben und wahre Werte.
Der ursprüngliche Name von El Centro, CA, war “El Centro de La Palma de La Mano de Dios”, das bedeutet „das Zentrum der Handfläche von Gottes Hand“. Tatsächlich liegt der Ort unter dem Meeresspiegel – wie der niedrigste Punkt einer Handfläche – und er würde eine Wüste sein, wenn es nicht die Kanäle gäbe, die Wasser vom Colorado Fluß herleiten. Hier besuchten wir die anglikanische Kirche, erfuhren einiges über die Meinungsverschiedenheiten in der Anglikanischen Kommunion, und trafen sogar den Bischof, der gerade aus San Diego zu Besuch da war. Wir besichtigten auch das erstaunliche Bewässerungssystem und die landwirtschaftliche Oase, ebenso die Grenze zwischen den USA und Mexico, die schwer bewacht und patroulliert wird. Von hier ging es weiter nach Arizona.
Wie immer geht unser Dank an die vielen Menschen, die uns auf unserem Weg durch geistige, emotionale und materielle Unterstützung halfen. Sie sind in unseren Herzen und Gebeten.

Alexandra and William
12 November, 2009

27 Oktober 2009

Oktober 2009, Pazifikkueste, Washington und Oregon

Liebe Freunde,


Nun ist es fast ein halbes Jahr her, dass wir die US Atlantikküste verlassen haben. Jetzt werden die Tage kürzer und die Luft kühler. Das Odometer hat gerade die 30.000 Meilen-Marke (50.000 km) überschritten. Eure Pilger haben die Pazifikküste erreicht, mit dem Fahrrad von der Wie das alte Lied "America the Beautiful" geht, sind sie gefahren "from sea to shining sea". Sie haben viele gute Menschen besucht in Mt. Vernon, Port Townsend, Edmonds, Marrowstone Island, Vashon Island und irgendwo im Puget Sound Gebiet. Von dort zogen sie an der Küste entlang weiter südwärts, durch Oregon nach Kalifornien.

Wir können nur einige von den vielen Höhepunkten aufzählen, die wir auf diesem Weg erlebt haben. Port Townsend, WA, war mit Sicherheit einer von ihnen. Wir wurden von einer freundlichen und sehr musikalischen Familie aufgenommen, mit der wir viel Zeit verbrachten mit gemeinsamem Singen und Musizieren. Sie machten auch eine Rundreise mit uns durch die Gegend, dabei waren wir einem sehr populären Kaffeeladen mit einem Barista, der Weltklasse hatte. Man kann mehr ueber diese Berufung und die dazugehoerige Kunst lesen bei: http://de.wikipedia.org/wiki/Barista In diesem Teil der Welt, wo auch in Seattle „Starbucks Kaffee“ seinen Anfang nahm, nehmen die Leute das Kaffeetrinken sehr ernst!

Außerdem besuchten wir die Orthodoxe Kirche von St. Herman aus Alaska. Ihr Patron, St.Herman, verließ das russische Kloster zu Valaam am Ladoga-See (den eure Pilger im August 2000 besuchten), und reiste nach Nordamerika, einen großen Teil des Weges mit Hundeschlitten. Russische Trapper und Fischer brachten später ihre Kultur und Religion hinunter an die Pazifikküste bis nach Fort Ross, Kalifornien. In der hiesigen Gemeinde wurden wir wie in eine Familie aufgenommen und trafen viele Seelenverwandte. In einem nahe gelegenen Park besuchten wir ein Gemeindecamp. Wir waren erstaunt darüber, wie die vielen Menschen dort, vor allem Kinder und Jugendliche, zusammen leben, beten, spielen, singen und einfach zusammen sind in Freude und Harmonie, das war ermutigend zu sehen.

Weiterhin besuchten wir Port Haddock, WA. An einer Straßenseite ist eine Waldorfschule, die idealerweise in Kindern die Liebe am Lernen kultiviert. In der Nähe liegt ein biodynamischer Bauerhof, wo William einen Vortrag hielt über gesunde Ernährung und Landwirtschaft auf einem monatlichen Treffen fuer Landwirte. . Quer über die Straße liegt ein wunderbarer Fahrradladen, der betrieben wird von einem kompetenten und freundlichen ehemaligen wissenschaftlichen Lehrer.

Wir wurden damit gesegnet, beide der Gründungslehrer der Waldorfschule zu treffen. Und wir kümmerten uns sogar um die Bauernhoftiere der einen der beiden (eine ganz hochkarätige Lehrerin aus Südafrika), da sie in einen wohlverdienten und dringend nötigen Urlaub fuhr.

Ein anderer Höhepunkt war ein Besuch des Russisch-Orthodoxen Klosters auf der Vashon Insel (siehe Foto oben). Das Gebäude in dieser Oase von Frieden und christlicher Spiritualität ist im norwegischen Stil erbaut. Und in der Tat ist der Abt norwegischer Herkunft.

Zufälligerweise kamen wir dort kurz vor dem alljährlichen Inselpicknick an, das vom Kloster veranstaltet wird, so hatten wir die Gelegenheit, viele Menschen zu treffen, für sie zu singen und mit ihnen zu sprechen – Menschen, die dazu neigen, sehr unter sich zu bleiben, da sie hier auf einer Insel leben.

In Astoria, Oregon, (nach einer quälenden Fahrt über die Brücke von Washington), trafen wir ein freundliches Paar, das uns gleich einlud, über Nacht zu bleiben, obwohl es gerade noch Morgen war. Sie nahmen uns nicht nur mit, sondern arrangierten für uns, dass wir im Skandinavischen Radioprogramm singen und sprechen konnten. Auch einen Besuch auf der Palliativstation des Ortskrankenhauses organisierten sie für uns, wo wir für die Patienten sangen.

Weiter im Süden und einige Tage später trafen wir vor Fred Meyers Superladen einen geheimen Missionar (bekannt unter seinem Pseudonym Tumbleweed), der uns prompt zu sich nach Hause einlud. Er organisierte für uns einen Besuch in der Ortskirche und in einem Seniorenheim, und er sorgte dafür, dass wir wohl versorgt und ausgerüstet mit allem, was wir brauchten, unsere Reise nach Süden fortsetzen konnten. Ihr könnt mehr über ihn erfahren auf seinem blog im internet: http://www.tumbleweed-2.info/

Von hier aus setzten wir unseren Weg fort in Richtung Süden. (Mehr darüber in unserem nächsten blog – Bericht.)

Wie wir in unserem letzten blog schrieben, sind viele Menschen besorgt über die Wirtschaftskrise: Arbeitslosigkeit, schlechte Preise für Häuser, instabile Finanzinstitutionen und sogar finanziell instabile Regierungen der Bundesstaaten. Trotz dieser Tatsachen sieht man, wenn man sich umschaut, angemessenes Essen, Schutz, Kleidung und andere materielle Dinge, die man braucht – sogarUeberfluss oder Luxus. Zunächst einmal, die Welt erleidet eine Überproduktionskrise.

Im menschlichen Körper wächst ein Krebsgeschwür auf Kosten der anderen Organe und Körperfunktionen. Ganz ähnlich ist heute die wirtschaftliche Produktion auf Kosten der übrigen Gesellschaft gewachsen. Das politische und kulturelle Leben ist jeweils seinem eigentlichen Zweck entfremdet, und sie sind gezwungen, dieser Produktion zu dienen und sie anzukurbeln.

Diese Entfremdung führt zu einem zweiten Aspekt des Problems: eine Krise in der Verteilung der materiellen Güter. Obwohl die materielle Produktion wächst, verlieren mehr und mehr Menschen ihr Recht, an dieser Produktion teilzuhaben, (ihr Recht vor dem menschlichen Gesetz, nicht vor Gottes Gesetz).

Ein krasses Beispiel dafür ist die Vernichtung unzähliger Tonnen Nahrungsmittel in Europa und Amerika, während Kinder in Afrika und Asien an Nahrungsmangel erkranken und sterben.

Keine politische oder technische Schnelllösung kann dieses Problem lösen. Wirkliche Veränderung muß mit einer spirituellen Erneuerung beginnen, mit einer „Metanoia“, einer Veränderung des Geistes. Können wir lernen, bildhaft-lebendig statt abstrakt-tot zu denken, um die Wechselbeziehung zwischen Wirtschaft, Politik und Kultur zu verstehen? Können wir unsere grundlegende menschliche Würde erfahren, die darin liegt, dass wir Geschöpfe Gottes sind, sein Ebenbild? Können wir anderen helfen, zu dieser Erfahrung zu gelangen? Wenn diese Fragen beantwortet sind, dann, und erst dann, kann wirkliche soziale Veränderung und Heilung beginnen.

Vielen Dank geht at Katrin aus Jena fuer Ihre Uebersetzung dieses Berichts. Wir senden unsere Liebe und unseren Dank an alle unsere Freunde, an alle, die uns geholfen und für uns gebetet haben auf unserer Reise.


Alexandra and William


14. Oktober 2009

18 August 2009

August 2009 North Dakota, Montana, Idaho, Washington

August 2009
North Dakota, Montana, Idaho, Washington

Wir haben nun Nord Dakota weit hinter uns gelassen. Die freundlichen Menschen, die wir trafen, sind noch in unseren Herzen. Ebenso die Eindrücke, die wir in der norwegischen Stabkirche in Minot, ND, hatten. Die Nachbildung einer traditionellen Stabkirche ist sehr gut gelungen, sie ist gleichsam ein heiliges Buch, geschnitzt in Holz. Sie ist für uns eine Art mahnende Erinnerung daran, dass in früheren Jahrhunderten in Europa die Menschen eine wesentlich mehr lebendige und viel weniger intellektuelle Erfahrung des Christentums hatten. Die ansässige presbyterianische Kirche, obwohl in einem eher nüchternen Gebäude zu Hause, ist ebenfalls lebendig und pulsierend, sie reicht weit hinaus in die Gemeinschaft, um Menschen in ihren sowohl körperlichen als auch geistigen Bedürfnissen zu helfen.

Bei unserer Durchquerung von Montana kamen wir durch ein Indianerreservat. Es war eine angefüllte Zeit, nach einem heißen und windigen Fahrrad-Tag. Wir sprachen vor einer Bibelstudiengruppe und waren dann auf einem traditionellen Pow-Wow mit Musik, zeremoniellen Kostümen und Tanz. Am nächsten Tag sangen wir in einem Altenheim, sowie in einem Männer- und einem Frauengefängnis.

Es ist kein Geheimnis, dass Alkoholismus, Drogenmißbrauch und häusliche Gewalt ein großes Problem in den Reservaten sind. So herrschen ein Mangel an Unternehmungsgeist, sowie Abhängigkeit von sozialen Wohltätigkeitseinrichtungen. Man spürt regelrecht die Tragik dort. Die alte Kultur der Ureinwohner basierte auf einem Stammesbewusstsein und der Gemeinschaft mit den Geistern der Ahnen, die leiteten und führten. Die europäischen Siedler brachten das individuelle Bewusstsein. Dies meint in seiner besten Form, dass die grundlegende, ureigene Humanität eines Menschen entscheidend ist, und nicht die der Herkunftsgemeinschaft. Da geben uns Jeffererson’s Worte zu denken:

"That to secure these [basic human] rights, Governments are instituted among Men, deriving their just powers from the consent of the governed"
„Um diese (grundlegenden, menschlichen) Rechte zu sichern, wurden unter den Menschen Regierungen eingerichtet, die ihre Macht herleiten aus der Zustimmung der zu Regierenden.“

Mit einigen Ausnahmen (Thomas Jefferson, welcher ins Weiße Haus Führer der nordamerikanischen Ureinwohner einlud, als Gleichgesinnte), ignorierten die europäischen Amerikaner die Geschenke und Schätze der Ureinwohner. Sie verloren die Ehrfurcht vor dem Land und der Natur im Laufe der Zeit. Sie vergaßen die menschlichen Rechte, die sich vom Schöpfer her ableiten, und beanspruchen die Verantwortung gegenueber den Schöpfer und unsere Mitmenschen.
Die Ureinwohner, unfähig, dieses neue Bewusstsein in der ihnen präsentierten Form aufzunehmen, verloren ihr Land, ihre Existenzgrundlage und ihre Kultur. Gleichwohl trafen wir viele Menschen mit sogenanntem indianischen Hintergrund, die dieses Elend überstanden haben. Sehr oft sind es Christen mit einer großen Ergebenheit und einer Sensibilität für spirituelle Dinge.
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Ein freundlicher Priester und einige Freunde brachten uns weiter durch die Prärie von Montana. Wir erreichten die Berge in Westmontana, Britisch Kolumbien (Kanada), danach Idaho und Washington, reich an Bäumen und frischem Wasser. Wir trafen auch etliche Menschen, die aus städtischen Gebieten hierher zogen, um ein neues, ruhigeres und weniger hektisches Leben zu führen. Mit ihnen zu sprechen war ebenso erfrischend wie Wandern und Fahrradfahren in der grünen Natur.

So geht unsere Pilgerreise weiter. Kanada war das 44. Land, das wir besuchten. Das Odometer (Kilometerzähler?) zeigt schlappe 29,000 Meilen (46 700 km) an. Ein ganz grosses DANKE SCHOEN geht an K.M. in Jena fuer diese Uebersetzung. Die Mengen von Menschen, die wir trafen, und die vielen Menschen, die für uns beten oder uns auf verschiedene Weisen helfen - wir denken an sie alle und erinnern uns ihrer mit Liebe und Dankbarkeit.

Alexandra and William

15 Juli 2009

Juli, 2009 -- Drei Seeen und die Mississippi

Liebe Freunde,

Unsere Pilgerreise hat uns an den Ufern der grossen Seeen, Lake Huron, Lake Michigan und Lake Superior. Sie haben uns tief beeindruckt, und sie sind eine massenhafte Ansammlung von Suesswasser. Auf dem Weg nach Mackinac Island, in Lake Huron hatten wir eine schoene Begegnung. Es war schon Abend, und wir suchten nach einem Zelt Platz, sahen jedoch lange keinen Menschen. Dann kam ein Mann zu der Strasse, um seine Post zu holen, und winkte uns zu. Wir hielten an, fuhrten ein kleines Gespraech, und er lud uns ein, in seinem Garten zu zelten. Er arbeitet fuer die Bundesstaat Parks in der Umgebung, und fahrt oft nach Mackinac Island, das zum groessten Teil Park ist. Wir trafen seine wunderbare Familie, und er gab uns Karten fuer die Faehre nach dem Insel. Da kein motoriziertes Verkehr auf dem Insel erlaubt ist waren wir wie zu Hause unter den vielen Fahrraeder und wenigen Pferdekutschen. Als Gaeste der katholischen Kirche, die vielen Angestellten bedient, haben wir vielen Menschen kennengelernt. Wir sangen bei einer Philipino Messe und waren empfangen wie Familie bei der Mahlzeit nachher. Wir haben auch geholten bei einer kostenlosen Mahlzeit fuer alle Angestellten und trafen da hauptsaechlich junge Leute aus der ganzen Welt.

Die Faehre brachte uns nach St. Ignace und wir radelten der Lake Michigan Strand entlang. Dann fuehren wir nach Lake Superior, das wir in Duluth verliessen. Es ist eine maechtige und praechtige See, entsprechend benannt.

Nach Duluth, noch im Osten von Minnesota trafen wir vielen Menschen finnischer Abstammung. Ein besonderer Mann lud uns ein, neben dem See auf seinem Hof zu zelten. Er ist Edelstein Haendler--die Fuehrung durch sein Lager war wie in einem Museum, schoen und bezaubernd. Unsere Gastgeber, die Landschaft und das Wetter gaben uns das Gefuhl, dass wir wieder mal in Finnland waren.

Der Mississippi River begegneten wir in der Hafenstadt von Grand Forks--grade rechtzeitig fuer Unabhaengigkeitstag (4. Juli). Ein orthodoxer Priester und seine Frau luden uns ein, und haben uns zu den alten Eisen Bergwerke und die Siedlungen bei Hibbing und Chisolm, Minnesota. Da liegt die grosste (offene) Eisengruebe der Welt. Die Eisen Industrie brachte Menschen aus vielen Laender dort zusammen: vor allem aus Skandinavien und Ost Europa.

Auf die Indianer Reservate haben wir etliche Begegnungen mit einheimische Amerikaner. Man fuehlt ihre Liebe fuer und Verbundenheit mit der Natur. Wir haben auch einige der in den USA seltene Fahrrad Wege auf einem Reserat mal genossen. Allerdings trafen wir auch Leute die es mehr oder weniger schwer hatten. Manche haben sich hoherer Bildung oder soziale Taetigkeit gewidmet. Doch anderen waren im Netz von Alkohol, Drogen und Familiengewalt gefangen...oder tief verstrickt in und abhaengig von der Burokratie des Sozialamts.

Bald waren wir bei Lake Itasca und die Quelle des Mississippi Flusses. Der Ursprung des grossten Flusses in den USA war dem amerikanischen Entdecker Schoolcraft gezeigt von einem indianer Haueptling. Er nannte es den "wahren Kopf" des Mississippis--d.h. "verITAS CAput" auf Latein. Daraus entsteht ITASCA. Wir zelteten im Wald dort. Mitten in der Nacht haben uns drei Waschbaeren eine Tuete Kekse geklaut, unverschaemt direkt aus dem Vorzelt.

Am Tag nach der Abreise von Itasca wehte der Westwind stark. Und staerker. Und staerker noch in den kommenden Tagen. Manchmal radelten wir mit nur etwa 7 km/s, oder schoben einfach. Der nicht aufhoerende Wind und die langsamen Geschwindigkeiten brachten auch seelische Pruefungen mit sich: man wird gefoerdert positiv zu bleiben und im Gebet zu bleiben. Interessanter Weise hatten wir auch gerade in dieser Zeit tiefe und erholsame Begegnungen. Einmal, in einem oeden Gegend in der Prarie, ohne Baum oder Busch musste Alexandra auf die Toilette. Etwas entfernt von einem Dorf sahen wir einen Radio Sender, und sie ging herein um das WC zu benutzen. Nach kurzer Zeit hatten wir zwei Interviews gegeben und zwei Lieder gesungen: auf einem Country Music Welle, und auf einer christlichen Welle. Spaeter begegneten wir etliche Leute die us gehoert hatten. Wir sangen in kleineren Altenheime zu sehr offene Zuhoerer...Bewohner und Mitarbeiter. Ein weiteres Hohepunkt war ein spontanes Konzert in dem Dairy Queen (Eis Diele) in Menton, Minnesotta. Die lieben Inhaber sind Eltern der Direktorin von ein von den Altenheime die wir besucht haben. Zu der Dankbarkeit von Mitarbeiter und Gaeste kamen auch ein "ice cream sundae" und ein "chocolate malted"!

Unser letzter Station in Minnesota war bei einer "Covenant Church" Kirche wo wir bei der Kirchenkaffee erzaehlt und gesungen haben. Wir haben spaeter erfahren, dass der Predigt von dem Tag, die allgemeine Thema dieser Gemeinde zu dieser Zeit und unserer Botschaft sehr nah zueinander passten. Es war eine gesegnete und wunderbare Stunde. Ein Kirchenmitglied arrangierte ein Konzert fuer uns in einem katholischen Altenheim. Nachher brachte er uns mitsamt den Raedern in seinem Lkw nach North Dakota...und sparte uns dabei viel Wind und Muehe.

Es waere nicht moeglich ueber allen lieben und grosszuegigen Menschen zu schreiben die uns auf dem Wege begegneten, halfen und segneten. Doch sie sind in unseren Herzen und unsere Gebete. Hier in North Dakota, der Wind weht noch stark. Doch wichtiger noch...die Leute sind noch stark in ihrer Freundlichkeit und Hilfbereitschaft.

Wir gruessen allen mit Liebe und Dank die uns auf so manigfaltiger Art unterstuetzen.

Alexandra und William
14 Juli, 2009

20 Juni 2009

Juni 2009: Maryland, Pennsylvania, Ohio, Michigan

Liebe Freunde,

Wir haben Williams neue verheiratete Brueder getroffen und sind ein Stueckchen mit ihm im Pkw. gefahren. Dann sind wir auf den Rad/Wander-weg des C & O Kanals los geradelt. In Cumberland, MD wechselten wir auf ein ehemaliges Eisenbahn Bahn und radelten ueber die Wasser Scheide (Atlantik/Golf von Mexiko) bis McKeesport, bei Pittsburg, PA.

Diese Wege sind voller Naturschoenheit und Geschichte, besonders aus dem amerikanischen Burgerkrieg. Manchmal koennte man die Soldaten, in blau oder grau gekleidet, an den Ufern des Potomac Flusses. In McKeesport wuerde es weniger romantisch. Es wirkt unheimlich wegen den vielen Ruinen von Fabriken und Lagerhaueser, und wegen den vielen Armen Menschen die auf der Strasse herum laufen. Arbeitslosigkeit ist sehr hoch in den Gegenden, die frueher viel Stahl produzierten.

Weil der Verkehr so stark und schnell war, sind wir mit Stadtbuesse durch Pittsburg gefahren, dann radelten wir noerdlich. Wir besuchten ein griechisch orthodox Kloster in Saxonburg, begruendet von dem beruehmten Starez vom Berg Athos, Pater Ephraim. Es war ein bisschen wie in Griechenland: die Gottesdienste waren auf Griechisch gefeiert, und die Kirche war byzantinisch geschmueckt. Es gab eine tiefe Hingabe und Froemmigkeit unter den meist jungen Schwestern. Die Wirksamkeit ihrer Gebete waren wohl spurbar.

Spaeter besuchten wir einen Presbyterianischer Pastor in Ruhestand in New Castle, PA. Vor vielen Jahren hatte er ein tiefes geistes erlebnis. Nachher, verstand er, dass was er bisher gelehrt hat als Pastor wohl wesentlich richtig war, doch es war keinesweges die ganze Wahrheit. Eigentlich, es war nur der Anfang von wahrer geistiger Wahrheit. Dementsprechend begruendete er eine Bewegung die "Beyond Religion" (jenseits Religion) heisst. Es war stark umstritten...doch auf jedem Fall interessant. Freilich, der Titel heisst nicht die Aufhebung von religioeser Kultur, sondern der Uebergang von religioeser Sektarianismus zur wahrer Religion als "re-ligare", die Wiederverbindung von Menschen mit Gott.

Bald sind wir ueber die Grenze zu Ohio geradelt, und verbrachten eine Woche in Columbus, die Hauptstadt. Da hatten wir zwei Einladungen: ein Mann, der ein grosses Fahrrad Tour fuer Jugendlichen organiziert (ein Teil des "Great Ohio Bike Adventure." (siehe http://www.goba.com/). Eine weitere Einladung kam von einem Fahrrad-Polizist Wir haben viel gelernt und erfahren von diesen tief-glauebigen Menschen. Unsere Gastgeberin, eine Apothekerin, brachte uns zu der palliativ Station des katholischen Krankenhauses, und wir sangen fuer und sprachen mit den Sterbenden und ihre Angehoerigen.

In Athens, OH sprachen wir zu der Sierre Club (ein internationaler Verein fuer Umweltschutz) ueber "Pilgern, Radfahren und geistiger Entwickelung." Es war erstaunlich gut aufgenommen. Es gab uns Hoffnung zu sehen wie viel christlicher Spiritualitaet und Verstaendnis es gibt in der Naturschutz Bewegung auf lokaler Ebene...auch wenn auf die hoeheren politischen und finanzielle Ebene Materialismus und Selbstsucht noch herrschen. Viele Leute verstehen, dass um die natuerliche Umwelt zu erhalten und reinigen, muessen wir erst unseren eigenen Herzen, Gemuetern und Willen reinigen und veredeln. Dazu gehoert auch das Streben, das Wirken des Geistes in der Materie zu verstehen, und die enge Beziehung zwischen menschlicher Moral (oder Unmoral) und natuerliche Erreignisse und Katastrophen.

In Michigan traffen wir vielen Menschen die wirtschaftlich leiden. Anscheindend hat Michigan die hoechste Arbeitslosigkeits Quota in den USA weil so viel hier von der Auto Industrie abhaengt. Doch trozt--oder vielleicht ebendeswegen--die Schwierigkeiten finden wir, dass die Menschen einander vielfach Helfen. Darueberhinaus ist die Glaube an Heil und Erloesung allein durch Politik oder Finanz stark geschwaecht.

Unterwegs haben wir vielen netten und grosszuegigen Menschen getroffen: ein ehemaliger deusch-ungarischer Metzger und seine Familie; ein Foerster und seine Famlie mit einem Wunderbaren Garten (da haben wir gezeltet); ein Pastor der seine Kirche uns zuer Verfuegung gab nach einem regnerischen Tag, um auszutrocknen, kochen und uebernachten; ein ehemaliger Peace Corps Freiwilliger und seine Frau aus Malaysia, der ein begabter Zimmerman war--wir schliefen in ein von seinen kunstlerisch gebauten Haueser...und so wieter.

Liebe Gruesse an allen Freunde, die alten und die neuen. Und vielen Dank an allen die geholfen haben durch Gebet, gute Gedanken und materieller Unterstutzung.

Alexandra und William
Michigan 12 Juni, 2009

22 Mai 2009

9. Mai 2009: New Jersey, Delaware

Liebe Freunde,

Unsere Pilgerreise setzt sich in Nord Amerika fort. Mitsamt den Fahrraedern und Taschen sind wir nach Philadelphia geflogen--die Stadt der Bruederliebe. Die Uhren stellten wir auf Ortszeit um, den Fahrrad-Tacho auf Meilen und unsere biologische Rhythmen auf die Sternen ueber Nord Amerika. Dann, nach die Besuch an der Hochzeit von Williams Brueder, sind wir nach New Jersey und die Atlantik Kueste an Ocean City (mit Pkw) gefahren. Nach einem Konzert im Altenheim und eine grosse oeffentliche Radwanderung, sind wir los geradelt Richtung Sueden. So beginnt unsere Radl-pilgerfahrt ganz in der Naehe von Egg Harbor City, Geburtsort von Peace Pilgrim, die Amerikanerin die zwischen etwa 1950 und 1981 durch ganz Nord Amerika fuer den inneren und auesseren Frieden gewandert hat. Unserer erster Tag war halt regnerisch, und Sand und Wasser wirkten verheerend auf die Ketten und Zahnkraenze. Doch ein Freundlicher Handwerker, den wir vor einem Geschaeft traffen, rettete unsere Getriebe mit einer Spruehoel Doese und Lappen aus seinem Lastwagen. Die erste Nacht verbrachten wir auf einem von gastfreundlichen Christen betriebenen Campingplatz.

Am naechsten Tag kam der Wind--ganz stark und uns direkt entgegen. Wir machen eine Pause in Lewes, Delaware--nach Jamestown die zweitaelteste europaeische Siedlung in den heutigen USA. Ein netter Mann, von den bepakten Raedern angezogen, erzaehlt uns aus der Geschichte der Stadt, und empfehlt ein Kafe Roesterei wo man Espresso der ersten Klasse trinken kann. Eine solche Empfehlung muss mann nicht zweimal machen. Doch trotz der Verstaerkung, koennen wir wegen des Windes nur in Schrittgeschwindigkeit fahren, und werden allmaehlich erschoepft. Da wir in der Hauptstadt, Dover, fuer das Delaware Fahrrad-Gipfel erwartet sind, fahren wir zu einer Bushaltestelle. Die Busse haben vorne ein besonderes Gestell fuer die Fahrraeder (die umsonst fahren). Die Fuehrerin ist sehr freundlich und wartet geduldig waehrend wir alles aufladen, laesst uns sogar zum halben Preis fahren. In der Nacht, teilen wir eine Suite im Hotel mit einer Verkehrs Plannungs Ingeneurrin die sich stark engagiert hat, diese Radlgestelle auf alle Busse in Delaware einzusetzen.

Wir waren von dem Fahrrad-Gipfel sehr angetan. Es sammelten sich Menschen aus der Politik, aus den Strassen- und Verkehrsplannungs Aemter, aus der Industrie, Fahrradhandel und Radfahrerverbaende--von der Nationalen Ebene bis zu Oertliche Klubs--um ueber die Zukunft des Fahrrads als Verkehrsmittel und Foerderung der allgemeinen Gesundheit zu lernen und sprechen. Der Governeur vom Bundestaat Delaware war da. Er hat schon dreimal den ganzen Staat vom Sueden nach Norden geradelt. Er unterschrieb eine Verordnung, die das Verkehrsministerium verpflichtet Fahrrad und Fussgaenger Wege ein zu bauen bei allen neuen Strassen und Strassen Erneuerungen (sei es denn, dass es schwerwiegenden, beweisbaren Gruende dagegen gibt.)

Der Hauptredner war ein Verkehrsingeneur, Mike Ronkin, aus Oregon, der ursprunglich aus Genf stammt. In Portland, eine Stadt in Oregon, fahren etwa ein drittel der Menschen mit Fahrrad zur Arbeit und Schule. Er foerderte die Verantwortlichen auf, bei der Strassen Plannung nicht zu denken "Wie koennen die meisten Kraftwagen am schnellsten durchfahren?" sondern ganzheitlich zu denken und zu fragen "Wie kann man diese Strasse am besten gestalten, so dass alle Verkehrsteilnehmer, Bewohner und Geschaefte am besten bedient sind?" Ohne es ausdruecklich zu sagen, will er den Mensch--und nicht wie heute das Auto--in der mitte der Strassen Plannung und Stadtgestaltung stellen. Die Anwesenden schienen davon begeistert zu sein. Mal sehen ob sie ihre Kollegen und Vorgesetzten auch ueberzeugen koennen. Die Zeit scheint schon reif--oder sogar ueberreif--dafuer zu sein. Benzin Preise steigen, Verkehrsstauen in den Ballungsgebiete sind schlimm, und Bewegungsmangel erkraenkt betraechtliche Mengen der Bevolkerung. Darueber hinaus: es ist schon laengst an der Zeit, Geistgemaess und Menschgemaess zu denken und zu handeln--auch in dem Verkehrsministerium.

Nach dem Gipfel sind wir weiter geradelt zu der Nordgrenze Delawares, so dass wir auch die erste Staat der Vereinigten Staaten durchradelten. Abgesehen von einigen Verkehrsknoten und eine Bruecke die auch als Mullkippe diente, fanden wir die Strassen, Verkehrsteilnehmer und die uns begegneten Menschen recht Radl-freundlich. Das ist schon eine positive Aenderung.

Waehrend den vorangegangen sieben Jahren, war die Oeffentlichkeit sehr beschaeftigt mit Sicherheit und die vorbeugung von Terrorismus. Man merkt das noch deutlich: zum Beispiel mit Plakaten auf Busse usw. die Mahnen, verdaechtige Menschen oder Verhalten an den Nationalen Sicherheitskraefte zu melden. Das geht jedoch ruhiger und gelassener vor. Dagegen sieht und hoert man viel ueber die Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit. Jeder weiss, dass die Krise die Folge ist von Gier, Verlogenheit und Misbrauch auf hoechster Ebene des Finanzwesens. Doch kaum hoert man, dass die Krise in erster Linie eine moralische Krise ist, die sich in der Wirtschaft ausschlaegt. Immerhin, weil das so ist, muss die Loesung der Krise auch eine moralische sein. Eine moralistische Einstellung, die anderen Tadelt und sich selbst unbetroffen laesst bringt wohl nichts. Doch eine moralische Einstellung staerkt Tugend und ueberwindet Laester zuerst in der eigenen Seele. Ist man sich selbst gegenueber ehrlich, so kann man die Wahrheit wirkungsvoll aussprechen. Ist man Gott und seinen Mitmenschen gegenueber dankbar und harmonisch, so kann man Gerechtigkeit in seinem Leben ausbreiten. Oder, wie der russische Heilige Silouan etwa sagte: "Findest du den wahren inneren Frieden in dir, so werden ein tausend Seelen um dich herum gerettet."

Wir danken allen lieben Freunde fuer die Gebete, die gute Gedanken und die materielle Unterstuetzung...und hoffen von Euch bei Gelegenheit ein e-mail zu bekommen!

Alexandra und William
Wilmington, Delaware den 9. Mai 2009